
Bruno Fernandes und Trainer Michael Carrick haben die Differenzen nach einer Aussprache diese Woche aus dem Weg geräumt. Vor dem Auswärtsspiel bei Chelsea am Samstag um 12.30 Uhr in der Stamford Bridge rechnen viele damit, dass der portugiesische Spielmacher von Beginn an und über die volle Spielzeit eingesetzt wird.
Der Streit hatte sich nach der 4:1-Niederlage gegen Como in der Champions League zugespitzt. Fernandes, der dabei war, wirkte sichtlich frustriert, als er in der zweiten Halbzeit für Joshua Zirkzee ausgewechselt wurde und den Kopf schüttelte. Danach kritisierte er öffentlich das System des Trainers. Carrick konterte, seine Taktik funktioniere nur, wenn die Spieler genug laufen. Für das Heimspiel gegen Bournemouth am Sonntag im Old Trafford setzte Carrick Fernandes auf die Ersatzbank. Der Captain kam beim 3:0-Sieg der Gäste nicht zum Einsatz.
Aussprache und klare Worte
Carrick äusserte sich nach dem Gespräch deutlich: «Wir sind uns über die Situation des Teams und des Vereins im Moment klar. Wie ich bereits gesagt habe, ist er für diese Gruppe ein wichtiger Spieler.»
Weiter sagte der Engländer: «Das war er und das wird er auch bleiben. Zwischen uns beiden müssen wir einen Unterschied machen und die Dinge in eine gute Richtung lenken. Er ist voll und ganz diesem Verein verpflichtet und er will die Dinge besser machen. Für mich hat sich daran nichts geändert. Er hat die Mannschaft über viele Spiele und viele Jahre hinweg hervorragend angeführt, und das wird er auch weiterhin tun.»
Fernandes meldet sich auf Instagram
Am Freitagnachmittag meldete sich Fernandes erstmals seit dem Streit wieder auf Social Media zu Wort. Der 32-Jährige teilte in den Stories seines Instagram-Kontos ein Spieltagsplakat. Es zeigt ihn beim Laufen auf dem Platz, dazu seine Unterschrift auf der rechten Seite.
Carrick steht unter grossem Druck. Manchester United belegt in der Premier League derzeit den 16. Platz und hat aus den ersten acht Partien erst einen Sieg geholt. Der Trainer braucht deshalb alle seine besten Spieler. Auch Sir Jim Ratcliffe soll das Spiel in London persönlich verfolgen. Für Carrick bleibt nur wenig Zeit, die Lage zu wenden.
Zum Druck von aussen sagte Carrick: «Das Umfeld ist nichts, worauf ich mich konzentriere. Ich weiss, was wir beeinflussen können und was wir verbessern müssen. Als Gruppe und als Führungsperson weiss ich, wobei sie ab und zu Unterstützung brauchen, etwa mit ein wenig Führung in bestimmten Momenten und beim Umgang mit gewissen Situationen. Genau dafür bin ich direkt verantwortlich, und genau dort kann ich am meisten bewirken. Natürlich haben wir gesprochen. Wir haben jede Woche Besprechungen, aber manche verlaufen je nach Resultat, Situation und Stimmung anders.»
Und weiter: «Ich muss sagen, die Jungs sind hungrig. Es tut uns weh, dass wir nicht genug Fussballspiele gewonnen haben. Aber da ist eine Intensität, da ist eine gewisse Schärfe, da ist Enttäuschung, und da ist der Wille, es besser zu machen. Das ist sicher so.»